Vorstand und Aufsichtsrat des 1.FC Nürnberg verschieben bis auf weiteres die außerordentliche Mitgliederversammlung, in der über die geplante Ausgliederung abgestimmt werden soll. Das vermeldet der Club in einem Interview mit Vorstand Michael Meeske. „Mein Club, mein Verein“ begrüßt diese Entscheidung – wenngleich sich dadurch Fragen ergeben.

Im Gespräch mit fcn.de erklärt Meeske, dass er die Ausgliederung erst dann in Angriff nehmen möchte, wenn ein Investor gefunden ist. Insofern ist die Ankündigung mit Vorsicht zu genießen. Entgegen des bisherigen Stands wird eine mögliche Abstimmung an einen Investor gekoppelt sein; das könnte zusätzlichen Zündstoff bieten.

Aus dem Interview wird außerdem deutlich, dass viele kritische Aspekte einer Ausgliederung bislang unberücksichtigt blieben: zum Beispiel die stillen Reserven, die sich bei einer Ausgliederung bilanziell weniger positiv auswirken, als erwartet; oder die zusätzliche Steuerlast, die bei einer Ausgliederung höher liegt, als bislang angenommen.

Dass der Club die Ausgliederung nun vorerst vertagt, werten wir als Erfolg unserer argumentativen Arbeit über die vergangenen Monate. Allerdings fragen wir uns, warum unsere Warnungen mitunter als „Traditionalismus“ oder „Vereinsmeierei“ abgetan wurden. Die Gründe, wegen derer die Vereinsführung die Abstimmung verschiebt, hatten wir in Diskussionen immer wieder hervorgebracht. Insofern verwundert es uns, dass es beim 1.FCN offensichtlich eine ganze Saison gedauert hat, bis die angesprochenen Aspekte in die eigenen Überlegungen einbezogen wurden.

Interessant wird auch sein, ob in absehbarer Zeit überhaupt ein vertrauenswürdiger Investor dazu bereit ist, eine Summe auszulegen, die zur Deckung eines Großteils der Schuldenlast des 1.FC Nürnberg reichen könnte.

Wir würden es befürworten, würde neben der Suche nach einem Investor auch noch einmal ein Blick auf unsere Satzung geworfen. Ernsthafte Versuche, den Club in der Rechtsform des e.V. zukunftsfähig aufzustellen, blieben bislang aus.

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