Nun ist die Ausgliederung also erst mal aufgeschoben; weil sie ohne Anteilsverkauf doch nicht zum erwünschten bilanziellen Effekt führt, also mehr Eigenkapital einbringt.

Das soll hier nicht weiter kommentiert werden. Wir wünschen uns aber, dass das Management des FCN jetzt das Augenmerk weniger auf Investorensuche legt, sondern sich stärker auf seine Kernaufgaben besinnt: eine Verbesserung der sportlichen und wirtschaftlichen Lage innerhalb des Rechtsrahmens e.V.!

Wir von „Mein Club, mein Verein“ sehen das als Voraussetzung, um uns auch ohne Investor zu konsolidieren und erfolgreich zu werden. Wir sind uns sicher, dass der Club auch als e.V. wirtschaftlich wieder auf gesunde Füße kommen kann – der SC Freiburg zum Beispiel macht es vor.

Ein erster Schritt scheint getan – es gibt einen lange fälligen Wechsel im Management der Fanshop GmbH. Dafür ist Lob zu zollen. Nun sollte der Weg frei sein für neue Ideen und Lösungen.

Merchandising

Es ist trivial, doch leider seit Jahren eine offene Baustelle: Wir brauchen moderne, attraktive Merchandising-Produkte und Verkaufsstandorte.

Wir dachten ja, dass die Zeiten, in denen der Club Vogelhäuschen verkauft, mit der Wahl von Aufsichtsräten mit Sportmanagementausbildung vorbei sind. Doch 2016/17 toppte der Club dieses Angebot mit einem Gullideckel oder dem viel gescholtenen "Christmas Jumper".

Wenn man dagegen 200 Kilometer weiter südlich durch die Fußgängerzone läuft, kann man leicht sehen, was außer Trikots gut geht: Basecaps, T-Shirts und leichte Regenjacken. Bei jedem kleinen Regenschauer tut der Tourist dort so, als gäbe es morgen keine Jacken mehr.

Das setzt aber voraus, dass der FCN über Läden in guter Lage verfügt. Die Ludwigsstraße ist leider etwas abseits der klassischen Touristenströme – das ist bekannt und soll wohl verbessert werden.

Warum aber kein Verkauf am Hauptbahnhof, wie zum Beispiel in Berlin? Oder warum nicht die nahegelegenen Autobahnraststätten ins Auge fassen? Auch bei Auswärtsauftritten ist das Fanshop-Mobil viel zu selten im Einsatz.

Digitalisierung

Eine Zukunftsperspektive des FCN sieht man in der Digitalisierung: Nun, packen wir es an. Modernisieren wir das Bestellwesen im Fanshop. Anbei ein Beispiel, wie man derzeit noch Internetgutscheine einlöst – modern und digital ist anders.

Fanshop Gutschein

Screenshot: https://www.fcn-fan-shop.de/de/faq - 5. Juli 2017

Ähnlich umständlich verhält es sich mit dem Ticketsystem, etwa dann wenn Dauerkarteninhaber bei Pokalspielen keine Mail erhalten, um ihre Karte online bestellen zu können; wohlgemerkt, obwohl sie mehrfach (Mitgliedschaft, Dauerkarte, Newsletter, Fanshop) eine gültige Mailadresse abgegeben haben.

Wir sehen hier größeres Potential, vom Bestellwesen zu E-Sports und zu mehr Online-Services (Streaming von Testspielen, etc.).

Vertiefung der regionalen Vernetzung

Mit Freude sehen wir, dass dieser Weg offensichtlich vertieft werden soll – die vermehrte Zahl von Vorbereitungsspielen in der Region gefällt und kommt an.

Wir denken, das könnte sich auch in wirtschaftlicher Vernetzung niederschlagen. Verstärkte Sponsoring-Möglichkeiten für kleinere und mittlere regionale Betriebe könnten auch Kunden- und Fanbindung in der Region stärken.

Zusätzliche Geschäftsfelder

Wer sagt denn, dass neue Geschäftsfelder nur dann offenstehen, wenn wir 25 Prozent an einen Investor verkauft haben?

Warum geht man zum Beispiel das Thema Gesundheit/Reha nicht proaktiv an und gründet beispielsweise eine eigene Dienstleistungs-GmbH, die auch Dritte bedient? Am Sportstandort Nürnberg ist definitiv Nachfrage vorhanden.

Alleinstellungsmerkmal e.V.

Die falsche, aber oft wiederholte Anschuldigung, dass Gegner eines Anteilsverkaufs verstaubte Nostalgiker seien, widerlegen wir gerne. Daher fordern wir den FCN auf, in einer „Task Force“ gemeinsam mit Fans, zum Beispiel dem „Bündnis Aktiver Clubmitglieder“, zu überlegen, wie das Potential des FCN als e.V., genutzt werden könnte. Die Fanbindung eines e.V., der sich als moderner Verein mit Fanorientierung als Gegenentwurf zu all den Kapitalgesellschaften aus Ingolstadt und Augsburg versteht, hat neben dem wichtigen ideellen Wert auch eine hohe Wirtschaftskraft. Die Tatsache, dass es im Profifußball kaum mehr eingetragene Vereine gibt, birgt eine große Chance für den 1. FC Nürnberg. Man kann den Club allerorten als das positionieren, was er ist: einzigartig, besonders, beständig.

Die Zeit, die das Steuergutachten dem Verein beschert hat, sollten wir zum Nach- und Umdenken nutzen.