Am vergangenen Samstag stand das Spitzenspiel um die Deutsche Vereinsmeisterschaft auf dem Programm: Der FC Schalke 04 empfing den 1. FC Nürnberg. Sportlich für unseren Club weniger erfolgreich, war jedoch zumindest ein außergewöhnlicher Rahmen geboten. Die „erste wirkliche Ganzstadion-Choreografie in Deutschland“ als beeindruckendes Zeichen der Verbundenheit von Schalkern und Cluberern sowie die gemeinsame Aktion für den Erhalt des e.V.: „1. FC Nürnberg e.V. – Für jetzt und für alle Zeit!“ beziehungsweise „FC Schalke 04 e.V. – Für jetzt und für alle Zeit!“ wurde in Gästeblock und Nordkurve mittels Doppelhaltern angezeigt. Und dazu noch ein Spruchband: „In Nürnberg und auf Schalke: Der e.V. ist unverhandelbar!“

Die Gelsenkirchener interpretieren dabei die Rechtsform e.V. sogar noch etwas professioneller als der FCN. Denn die Satzung des FC Schalke 04 sieht vor, dass Aufsichtsräte kooptiert werden können, um beispielsweise für Sponsoren eine direkte Interessenvertretung zu gewährleisten. Denn natürlich ist der e.V. auf Sponsoren und Förderer angewiesen.

Doch nicht nur die achtbare Standhaftigkeit in Sachen Rechtsform eint die Vereine. Beide stehen für große Tradition. Beide haben eine Epoche des deutschen Fußballs dominiert, der Club die Zwanziger, S04 die Dreißiger. Beide teilten sich sogar zeitweise den Ehrentitel des Rekordmeisters. Beide wurden zuletzt Vizemeister, die einen in der ersten, die anderen in der zweiten Liga. Und vor allem sind beide gewachsener Lebensmittelpunkt ihrer Fangemeinden.

Doch es gibt inzwischen noch eine weitere Gemeinsamkeit: Beide werden nun vom britischen Sportartikelhersteller Umbro ausgerüstet und nicht mehr von Adidas. Während die Herzogenauracher dem FCN als alten und nahen Partner mit dem Verweis auf die internationale Ausrichtung des Unternehmens keinen Ausrüstervertrag mehr anboten, ließ das fränkische Unternehmen gegenüber dem FC Schalke 04 die „Wertschätzung“, wohl auch und insbesondere finanziell, nach dem Auslaufen des bisherigen Vertrages vermissen. Von einer „Konzentration von Adidas etwa auf Bayern München“, schrieb in diesem Zusammenhang die Süddeutsche Zeitung 2017 und bemerkte: „Am Rest der Bundesliga verliert Adidas jedoch erkennbar das Interesse, Heimatmarkt hin oder her. Um die immer teureren Deals mit den Großen bezahlen zu können […].“ Zudem besitzt die Sportartikelfirma aus Franken 8,33 % der Aktien der FC Bayern München AG. „Doch“, so die Süddeutsche Zeitung weiter, „ob sich speziell Adidas als deutsche Firma einen Gefallen tut, bezweifeln Ligaexperten. Wer Traditionsklubs wie Schalke oder den […] 1. FC Nürnberg, letzterer ist immerhin in direkter Nachbarschaft zum Firmensitz in Herzogenaurach, nach Jahrzehnten links liegen lasse und sich nur noch global bewegen wolle, verliere an Bodenhaftung, sagen Kritiker. Das komme bei Fans und Amateurkickern nicht gut an.“

Wie dem auch sei, an der Ausrüstung hat es sicher nicht gelegen, dass der Club am Samstag zwar 84 Minuten auf „Augenhöhe“ mit dem Champions-League-Teilnehmer aus dem Ruhrpott war, letztlich aber doch deutlich mit 2:5 verlor und somit den Schalkern die Tabellenführung in der Deutschen Vereinsmeisterschaft überlassen muss.

Die Tabelle:

1. FC Schalke 04, 4 Spiele, 8:3 Tore, 9 Punkte
2. Mainz 05, 3 Spiele, 4:3 Tore, 4 Punkte
3. 1. FC Nürnberg, 3 Spiele, 6:6 Tore, 4 Punkte
4. SC Freiburg, 2 Spiele, 2:3 Tore, 3 Punkte
5. Fortuna Düsseldorf, 2 Spiele, 0:5 Tore, 0 Punkte