Der Club ist aufgestiegen. Als eingetragener Verein, ganz ohne Investor. Trotzdem: Medienbe
richten und Zwitschertönen zu Folge sucht der FCN weiterhin nach Geldgebern und wird nicht fündig. Die Ausgliederung nach Vorbild des VfB Stuttgart ist vor allem daran gescheitert, dass ein zahlungswilliger Big-Player in der Region fehlt.

Die neue Devise: Ein Pool aus kleineren Geldgebern, soll es werden. Das ist insofern begrüßenswert, als dass der Einfluss eines einzelnen Kapitalgebers limitiert wäre. Gleichzeitig steht jedoch fest, dass sich dadurch am Markt nur ein weitaus geringerer Preis für die Anteile erzielen lässt. In Stuttgart bekam Daimler im Gegenzug für das Investment einen zusätzlichen Sitz im Aufsichtsrat. Beim Club hingegen hätte der Investor vermutlich nur indirekten Einfluss auf das Geschehen am Valznerweiher – zum Beispiel über einen gemeinsamen Vertreter des Investorenpools. Das ist weniger lukrativ.

Für Verwunderung sorgten in diesem Zusammenhang allerdings auch zwei Interviews, die Grethlein und Meeske in den Wochen vor dem Aufstieg gaben. Sie redeten davon, dass man „in der Bundesliga einer der Kleinsten bleibe“ und „man sich längerfristig nicht in der Bundesliga halten könne“. Nun kann man dies als fränkischen Pessimismus quittieren. Gerade zu dieser Phase der Saison waren es jedoch falsche Signale. Realistisch betrachtet schießt Geld auf lange Sicht zwar Tore, aber gerade die spielerische Aufopferung, der Teamgeist und Siegeswille unserer derzeitigen Mannschaft widerlegen diese These.

Noch bevor wir überhaupt endgültig in die Bundesliga aufgestiegen waren, wurde am Valznerweiher eine negative Grundstimmung erzeugt. Erhofft man sich etwa auf diesem Weg noch größere Investoren ans Land zu ziehen?

Eine weitere Meldung aus den letzten Tagen war hingegen absolut positiver Natur. Der 1.FCN erhält die Lizenz für die kommende Spielzeit, ohne dass dabei weitere Bedingungen eingehalten werden müssten. Solides Wirtschaften funktioniert also auch, ohne den Verein zwingend in eine Kapitalgesellschaft auszugliedern. Das bestätigte auch Meeske, als er sagte, „dass eine Ausgliederung nun nicht mehr zwingend notwendig sei.“

Wie geht es also weiter? – Aktuelle Äußerungen legen nahe, dass die Suche nach einer Investorengruppe nicht abgeschlossen ist. Allerdings zögern potenzielle Geldgeber derzeit – ehe der FCN nicht in soliden Gewässern schwimmt, also zumindest länger als eine Saison in der Bundesliga spielt. Erst ein mehrjähriger Aufenthalt im Oberhaus wäre Voraussetzung dafür, dass ein Investor für seine Anteile so viel Geld beschafft, dass man davon profitieren würde. Heißt im Umkehrschluss:  Erst der sportliche Erfolg, dann fließt eventuell das Geld – und nicht anders herum.

Eigentlich ist das keine Neuigkeit. Nur wäre es schön gewesen, hätte man das am Valznerweiher bereits früher eingesehen. Dann hätten wir uns in den vergangenen Jahren einige Diskussionen erspart.

Und übrigens: Wir spielen nun als einer der letzten eingetragenen Vereine in der 1. Liga. Das wäre doch ein guter Moment, dieses Alleinstellungsmerkmal verstärkt in den Fokus unserer Außendarstellung zu rücken.

zweifel am ev