Anfang der Woche sorgte eine Nachricht aus England für Medieninteresse: Der AFC Wimbledon überholte in der Tabelle der dritten englischen Liga erstmals die Milton Keynes Dons. AFC Wimbledon ist ein Verein, den britische Fans aus Protest gegründet hatten. Ihren Heimatverein, den FC Wimbledon, siedelten die Clubeigentümer 2001 im Zuge eines Investoren-Einstiegs ins 100 Kilometer entfernte Keynes Dons um.

Der damals neugegründete Fanverein AFC Wimbledon startete 2002 in der neunten Liga. Vergangene Saison gelang schließlich der Aufstieg in die dritte Liga – während Milton Keynes aus der zweiten abstieg. Am Wochenende kletterte AFC durch einen 3:1-Sieg gegen Oxford United auf Rang 10 der Tabelle. Der Vorgängerverein rangiert derweil nur auf Platz 12.

Die Geschichte des AFC ist so schön, dass sie nun sogar Erfolgsautor und Filmproduzent John Green auf die Leinwand bringen möchte.

Natürlich ist ein solches Szenario – Investoren-Einstieg inklusive Umsiedlung in eine erst 1960 entstandene Reißbrett-Stadt – weit weg vom 1.FC Nürnberg. Genauso wie die Statuten in England andere sind als in Deutschland. Dennoch zeigt ein solches Beispiel, dass das Geld und die Einflussnahme Dritter Gefahren birgt. Das größte Kapital eines Fußballclubs bleibt die eigene Vereinsidentität.