Manche haben es vielleicht schon mitbekommen: Am Sonntag auf der Jahreshauptversammlung wird ein Antrag auf Satzungsänderung zur Abstimmung stehen, der aus der Feder von „Mein Club, mein Verein“ stammt.

Lange haben wir uns Gedanken gemacht, wie wir uns eine idealtypische Satzung vorstellen und wie genau wir sie umsetzen könnten. Insbesondere wollen wir es vermeiden, dass unser 1.FC Nürnberg während der Zeitspanne einer „möglichen Ausgliederung“ stillsteht. Der Zeitpunkt einer denkbaren Kapitalisierung des 1.FCN wurde nun schon mehrfach nach hinten verschoben – diese Zeit wollen wir nicht ungenutzt lassen, um den Club zukunftsfähig aufzustellen und konstruktiv an seiner Satzung zu arbeiten. Oberste Maxime sind hierbei die Professionalisierung und die Kontinuität innerhalb unseres Vereins.

Deshalb haben wir uns den Paragraph 16 unserer Satzung vorgenommen. Dieser Paragraph regelt das Amt des Aufsichtsrats. Bislang besteht der Aufsichtsrat des 1.FCN aus neun Personen. Das soll auch so bleiben; jedoch sollen zukünftig nur noch sechs Mitglieder direkt auf der JHV gewählt werden. Die anderen drei Mitglieder – sogenannte „kooptierte Mitglieder“ – würden dann nach unserer Vorstellung von den gewählten Aufsichtsratsmitgliedern ernannt.

Warum das Ganze? Die Vergangenheit hat gezeigt, dass eine JHV beim 1.FCN eine gewisse „Eigendynamik“ entwickeln kann. Wir freuen uns, wenn beim Club lebhaft diskutiert wird, doch die Minuten auf dem Podium sind ein Spießrutenlauf, den sich fähige Kandidaten, zum Beispiel aus der Wirtschaft, mitunter nicht antun möchten. Der Aufsichtsrat hätte nach unserem Vorschlag die Möglichkeit, sich mit zusätzlicher fachlicher Expertise zu ergänzen. Hierdurch wäre es auch möglich beispielsweise für Sponsoren eine direkte Interessenvertretung zu gewährleisten. Eine 15-monatige Vereinsmitgliedschaft halten wir für sinnvoll, da natürlich die Verbundenheit zum 1.FCN gegeben sein sollte.

Gleichzeitig wollen wir mit unserem Antrag gewährleisten, dass der Aufsichtsrat alle Anspruchsgruppen beim 1.FC Nürnberg repräsentiert. Deshalb soll nach unserer Vorstellung zumindest eines der kooptierten Mitglieder von einem „Vereinsausschuss, der zum Abbilden von Fanbelangen eingesetzt ist“ vorgeschlagen werden. Ein solches Gremium ist beim 1.FCN zum Beispiel der Fanbeirat, in dem sich regelmäßig Vertreter aller Fanclubs treffen. Auf diesem Weg möchten wir garantieren, dass sich auch die breite Basis beim 1.FC Nürnberg von ihrem Aufsichtsrat repräsentiert fühlt.

Wie der restliche Aufsichtsrat auch, können die drei kooptierten Gremienmitglieder aus wichtigem Grund von der Mitgliederversammlung abberufen werden. Das entspricht dem bisherigen Status Quo aller Aufsichtsratsmitglieder.

Der zugegebenermaßen etwas sperrige Absatz 2 mit der Übergangsregelung 2a ist notwendig, um in einen Rhythmus zu kommen, in welchem alle zwei Jahre drei neue Aufsichtsräte gewählt werden. Das bedeutet, der Aufsichtsrat arbeitet garantiert immer zwei Jahre am Stück in ein und derselben Konstellation zusammen. Dieser Turnus soll das Gremium stärken und die nötige Kontinuität gewährleisten, um vernünftig an der Fahrtrichtung des FCN arbeiten zu können.

Solltet ihr hinter dem Gelesenen stehen, würden wir uns freuen, wenn ihr am Sonntag für diesen Satzungsänderungsantrag stimmt. Bei Rückfragen stehen wir euch im Rahmen der JHV gerne zur Verfügung.

Den Antrag im Wortlaut findet ihr auf der Homepage des 1.FC Nürnberg.

JHV Stimmzettel